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Auf dem Veloweg von Kauderwelsch über Bastien Girod zu Benny Hill

mbrennwa | 20 September, 2011 07:34

Früher war alles besser. Da gab's zum Beispiel eine Website namens «Veloärgernisse», da konnte man Bilder und Beschreibungen von ärgerlichen Verkehrssituationen im Veloverkehr veröffentlichen, und damit die Verkehrsplaner aus der Velofahrerperspektive in die Mangel nehmen. Die Website wurde von Bastien Girod ins Leben gerufen, und ich fand das damals eine tolle Idee (und das wäre sie auch heute noch, wenn es die Website noch geben würde). Und weil Bastien Girod damals wie ich ein Student und damit automatisch total cool war, fand ich die Idee natürlich gleich noch besser. Heute bin ich (und der Bastian glaube ich auch) noch immer akademisch angehaucht, aber auch älter und überhaupt nicht mehr cool. Und deswegen war früher eben alles besser, finde ich jedenfalls.

Heute sieht das so aus: im aktuellen Velojournal (5/11) werden Bastian Girod (Grüne Zürich) und zwei andere «Velopolitiker» zum Thema Veloförderung interviewt. Da fallen Begriffe wie Mischverkehr, Entmischung, Niederlande, Velovignettenabschaffung, Velodiebstahlregister, Bundesebene, koordinierte Veloförderung, Bahnhof, Agglomerationsprogramm, Feigenblatt, ein Jahr in Holland, Strassenbauprogramm, Druck, Langsamverkehrkonzepte, Impulsprgramm, eigenständiges Verkehrsmittel, Mischzonenanteil, Modalsplit, E-Bike-Boom, Landwirtschaftswege, Schonräume, Komfort-Aspekt, Skandinavien, Grundkonflikt, Entflechtung, politische Koordination im Wesentlichen, Astra, kleinster gemeinsamer Nenner, Widerspruch, Paradigmenwechsel, in die Schranken weisen, Ballungsräume, anständige Velowege, Helmpflichtdebatte, Ständeratsdebatte, Kinderhelmpflicht, absurd, parlamentarische Tätigkeit, lancieren, breite Zustimmung, verfassungsrechtlich, Föderalismus, Verfassungsänderung, Hollandisierung, Infrastruktur, den Leuten klarmachen.

Sorry, so wird das nichts mit der Veloförderung. Ich bilde mir zwar ein, die meisten Worte zu verstehen (jaja, Akademiker halt). Aber ich habe keine Ahnung, was mir die drei mit ihren Worten sagen wollen. Nach der Lektüre des Artikels habe ich mir sogar kurz überlegt, ob wir die Veloförderung nicht lieber den SVP-Exponenten überlassen wollen. Die geben nämlich ganz einfache und verständliche Sätze von sich. Dummerweise sagen sie halt leider meistens das falsche, finde ich.

Aber vielleicht ist es ja ganz gut wenn die Politiker nicht überall neue Velowege hinpinseln und dann behaupten, sie hätten damit die Welt für die Velofahrer, die Autofahrer, die Fussgänger, die Kinder und sowieso alle verbessert. Wenn nämlich überall separate Velowege gebaut werden sollen, dann ist nämlich zumindest den Velofahrern nicht geholfen, denn:

Aber was solls. Ich fahre einfach weiter wie seit der Erfindung des Velos auf der Strasse. Das funktioniert im Fall prima, vorallem wenn man sich ein wenig auf die schönen farbigen Lichter an den Kreuzungen und die lustigen Steifen am Boden achtet.

Und sowieso, das eigentliche Veloärgernis dieser Tage ist viel schlimmer: Benny Hill hat seine Show in Zürich wegen «Terminkollisionen» vom 25. September auf den 2. Oktober verschoben. Nicht lustig! Aus Protest fahre ich trotzdem am nächsten Sonntag, halt ohne Benny Hill…

Posted in Allgemein, Veloverkehr, Kultur und Gesellschaft . Kommentare: (3). Trackbacks:(0). Permalink
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Comments

  1. 1. Dominik  |  09/20,2011 at 15:28

    Lieber Velopflock, ein bisschen irritieren mich Deine Bemerkungen schon, wenngleich ich sie bezüglich Sprache und Vergleich mit der SVP sehr sehr treffend finde. Mich selbst interessiert am Ende aber das Ergebnis, ob es mir nun akademisch oder hemdsärmlig verkündet wird, frei nach dem biblischen Spruch: An den Taten sollt ihr sie messen. Letzteres gilt freilich auch und vor allem für die Velofahrenden selbst. Will heissen: In den Sattel steigen ist erste Pflicht. Siehe dazu die Bemerkung von Pete Mjinssen im Editorial des aktuellen "velojournals": Tausende von tollen und schönen Velos an der Eurobike (ich war auch dort), aber fast alle kommen mit dem Auto und es hat Stau auf dem Hinweg (ich steckte mit dem Shuttle-Bus drin). Diesbezüglich gefällt mir dieser Satz von Dir am besten: "Aber was solls. Ich fahre einfach weiter wie seit der Erfindung des Velos auf der Strasse. Das funktioniert im Fall prima, vorallem wenn man sich ein wenig auf die schönen farbigen Lichter an den Kreuzungen und die lustigen Steifen am Boden achtet." Rücksicht nehmen auf die anderen Verkehrsteilnehmer ist nämlich auch noch eine gute Gewohnheit, die man im Sattel pflegen sollte. Mehr dazu hier: http://www.velofahrer.ch/2011/09/15/seien-wir-so-spiessig-wie-die-daenen/

  2. 2. Dominik  |  09/20,2011 at 15:29

    Der Kommentar vorhin war von www.velofahrer.ch, habe die Adresse nicht eingegeben, da es eine Fehlermeldung gab.

  3. 3. mbrennwa  |  09/20,2011 at 18:01

    Lieber Dominik, ich weiss, meine Meinung zu den Velowegen und dem Velowegüberallhinpinselboom entspricht nicht undbedingt der klassischen Haltung der Mainstream-Velocommunity (Ach, sind das nicht wunderbare Buzzwords?). Ich habe nichts gegen einen guten Veloweg, der auch als solcher benutzbar ist, und auch richtig benutzt wird. Aber die sind selten...

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