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Die ETH Zürich mäht Velos nieder

mbrennwa | 18 April, 2012 20:31

Die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETH) wird ja gemeinhin als Kaderschmiede und Ansammlung von wahnsinning gescheiten Köpfen angesehen. Weit gefehlt!

Vor ein paar Tagen hat die ETH-Immobilienabteilung mir und vielen anderen ETH-Velofahrern gedroht, «nicht gültig immatrikulierte» Velos zu verschrotten. Ich dachte, dieser bellende Hund würde nicht beissen, weil die Velovignette (die wohl mit «gültig immatrikuliert» gemeint war) nicht mehr ist! Aber eben, ich wiederhole: weit gefehlt!

Die Hüter der ETH-Hausordnung haben nämlich in den letzten Tagen ihre Sensemänner losgeschickt, um grausame Drohung zu vollstrecken. Das Ergebnis sieht dann so aus:

 

 

Arme Velos! Arme ETH-Angehörige!

Nun höre ich den einen oder anderen schon sagen, dass diese Veloleichen auch in ihren besten Jahren schon nicht zu den schönsten dieser Welt gehört haben. Und vielleicht waren sie auch ein bisschen kaputt und wurden ja eventuell auch nicht jeden Tag benutzt. Aber muss man sie deswegen gleich niedermetzeln? Dürfen die das? Und was ist mit den Immobilien-Sensemännern zu tun (die sind ja wohl auch nicht im engeren Sinne an der ETH «gültig immatrikuliert», oder)?

Liebe Leser, jetzt seid ihr dran: was soll mit defekten oder wenig benutzten Velos in öffentlichen Veloabstellanlagen geschehen?

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Farewell, EcoVelo!

tamburin | 14 Februar, 2012 21:03

EcoVelo ist nicht mehr. Eine der besten Websites über Velofahren im Alltag, das Velo als Transportmittel und nicht als High-End-Sportmaschine, die ich kenne, hat den Laden dicht gemacht. Ziemlich bitter, sowas. Alan und Michael verstanden es, technisch interessante Beiträge zu verbinden mit Tipps für Velopendler und ästhetisch sowie technisch hochstehenden Fotos von ihren (eigenartigerweise immer voll proper und frisch geschmiert aussehenden) Velos im Sonnenunter- oder -aufgang. Ok, die Fotos wurden einem irgendwann zuviel, so nach zwei Jahren. Das beste aber: die beiden hatten ein Auge für kleine Dinge am Strassenrand. Ist ja nicht mehr so häufig heutzutage. Oder für die kleinen Dinge am Velo dran. Gediegene Bremsen, fröhliche Taschen oder Vintage-Lenkerband. Die zahllosen Beiträge waren im Archiv fein säuberlich nach Kategorien geordnet abrufbar, die ganze breite Palette von A wie Advocacy über R wie Riding bis ähm, T wie The Kitchen Sink (wieso nicht einfach Z wie Ze Kitschen Sink?).

Für einen Europäer geriet die Seite leicht zum Kuriositätenkabinett, weil dort drüben - Alan und Michael, die übrigens ein Hetero-Paar sind, sie heisst halt einfach Alan, also die wohnen nämlich in den USA - fährt man ja komplett andere Velos als bei uns. Irgendwie sehen die meisten Gäule immer ein wenig Retro aus für uns, aber doch mit modernen Teilen dran. Handgehämmerte Schutzbleche über Nu-Vinci-Getriebe, und die Fahrerin hat ein klassisches Velo-Dächlikäppli à la Dres Balmer auf dem Kopf. Ledergriffe, Brooks-Sattel und Scheibenbremse am gleichen Rahmen! (Ich persönlich bin übrigens überzeugt, dass der Front-Korb (nicht zwingenderweise ein Lenkerkorb) aus den USA zu uns zurückgefunden hat. Richtig interessant, so eine Velo-Safari ins Unbekannte.

Ausserdem konnte man sich selber vorstellen, als Velopendler, wobei natürlich keiner grosse Details über den Fahrer lesen wollte, sondern Intimes über das Vehikel. Für Leute, die eher auf der Social-Media-Schiene unterwegs sind und sich gern vorstellen.

Also ich finde, die beiden haben ihre selbst definierte "Mission" (sie können halt auch nicht verbergen, dass sie Amis sind) erfüllt haben. Mission accomplished, kann man da nur sagen! (Ich kann halt ebensowenig verbergen, dass ich manchmal Nachrichten geschaut habe am Anfang dieses Jahrtausends.)

Genug gejammert! Die gute Nachricht ist nämlich, dass Alan und Michael so nett sind, das ganze Achiv an Blogposts bis mindestens 2014 im Netz stehen zu lassen! Wir können uns also noch lange an ihren fundierten Artikeln und Hochglanzbildern weiden. Ein Grund zum Blaumachen, falls man sich das nicht lieber fürs Velofahren vorbehalten möchte.

Aber wie weiter? Was lesen wir denn nun für einen Blog statt EcoVelo (ich mein, wenn wir nicht gerade im EcoVelo-Archiv stöbern)? Kennt jemand von Euch einen ähnlich guten Blog zum Thema Velo als Transportmittel?  Dann teilt das Geheimnis doch mit uns. Das schuldet Ihr dem Velopflock, weil wir Euch EcoVelo verraten haben. Harhar.

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