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Ich bin auch ein Velo, eine Rikscha, oder vielleicht doch ein Motorrad

mbrennwa | 29 April, 2011 10:45

Heute musste ich mal wieder lachen. Nach dem Lachen stellte sich aber eine ernüchternde und existenzielle Frage: was ist eigentlich ein Velo?

Da steht doch in der Zeitung, dass die Rikscha Taxi Schweiz GmbH nicht mit ihren Göppeln Touristen durch die schweizer Städte kutschieren darf, weil ihre Rikschas keine Velos, sondern Motorräder seien. Warum man die Touristen nicht mit Motorräder rumfahren darf ist mir ein Rätsel. Aber das noch grössere Rätsel ist die Begründung des Astra, warum die Rikschas Motorräder seien: die haben Sitzbänke! Jawohl! Es liegt nicht etwa daran, dass die Göppel einen Motor haben, wie das bei Motorrädern halt so ist. Sitzbänke! Warum hat das Astra die Rikschas nicht gleich zu einer Parkanlage oder einem Warteraum gemacht? Zum brüllen!

Aber was ist denn nun eine Rikscha eigentlich? Das Astra scheint mir in dieser Frage nicht ganz kompetent. Da schaue ich lieber bei Wikipedia nach. Dort steht: "Rikschas ... sind kleine, zweirädrige von einem Menschen gezogene Gefährte zur Personenbeförderung (sog. Laufrikschas)." Das ist dann wohl das Ding, womit Usain Bolt seine Betreuuer im Letzigrund über die Runde zieht (und nicht etwa umgekehrt).

Die Dinger gibt's auch mit Pedalen: "In der letzten Zeit werden auch Rikschas gebaut, die mit einem Fahrrad angetrieben werden. Diese Gefährte heißen dann Fahrradrikscha (auch: Fahrradtaxi)."

Zum Thema Motor heisst es: "In Indien und vielen anderen süd- und südostasiatischen Länder finden sich sogenannte Motor- oder Autorikschas, dabei handelt es sich um Trikes, die entweder mit einem Zweitakt- oder einem Dieselmotor betrieben werden." Und: "Rikschas gelten auch mit Elektromotor als Fahrräder und werden [in Deutschland] rechtlich als Pedelec eingestuft." Also doch ein Velo?

So, jetzt also die Frage aller Fragen: was ist eigentlich ein Velo? Nach obigem Wirrwarr weiss es (nicht) mehr. Aber Wikipedia hilft, wie so häufig: "Ein Fahrrad, kurz Rad, schweizerisch Velo (vom frz. le vélo, Kurzform für vélocipède ‚Schnellfuß‘; lat. velox ‚schnell‘ und pes ‚Fuß‘), ist ein zumeist zweirädriges, einspuriges Landfahrzeug, das mit Muskelkraft durch das Treten von Pedalen angetrieben wird." Ja, Muskelkraft! Nix Motor! Im ganzen Artikel steht nichts von Velos mit Motoren dran! Mann, bin ich froh, dass Elektrogöppel keine Velos sind...

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Von Velos und Zeitungen

mbrennwa | 14 April, 2011 15:47

Am letzten Sonntag will ich meine gewohnte Sonntagslektüre aus dem Briefkasten nehmen. Ich staune nicht schlecht, als da anstatt der NZZ am Sonntag eine Sonntagszeitung liegt. Einfach so, ohne Werbe- oder sonstigem Bekennerschreiben. Was der Bauer nicht kennt, das liest er nicht, denke ich.

Aber halt! Auf der Frontseite sehe ich ein Velobild, darüber steht "Rauf aufs Velo!". Ok, dann lese ich's halt... Ein Interview mit einem Velodieb ("Velo weg!"), ein Portrait der Weltmeisterin im Track Stand ("Nicht mehr runter vom Velo!"), ein Hoch auf Elektrogöppel mit unverschwitzten Stadtpräsidenten ("Krawatten auf die Velos!"), eine Angstmache vor dem ach-so-bösen-und-gefährlichen Autoverkehr in der Stadt ("Finger weg vom Velo!") und ein paar Noten zum Fahrstil von Supermodels und Brigitte Bardot auf Velos ("Velofahren macht schön!"). "Rauf aufs Velo!". Hä?

Und heute lese ich im Online-Tagi den Artikel "Grüne an der Macht: Das hat sich für Velofahrer verbessert". Nein, genauer: ich klicke den Artikel an, beginne zu lesen, rege mich auf, und schliesse das Fenster noch vor ich den Artikel fertig gelesen habe. Warum muss Velofahren grün sein? Und, lieber Herr Leupi, was bringt's mir als Alltagsvelofahrer, wenn die Stadtpolizei neuerdings auf schicken Bikes durch die Fussgängerzonen radelt? Aber folgender Satz gefällt mir, weil er verdammt richtig ist: "Zudem sei die Signalisierung von Velowegen ein Flickwerk." Jawoll! Richtig! Lieber Urs Walter, Velobeauftragter des städtischen Tiefbauamtes in Züri, fahren Sie doch mal mit Ihrem Velo durch die Stadt und versuchen Sie sich an die Velowegsignalisation zu halten. Seien Sie bitte vorsichtig und übertreiben Sie nicht, sonst wird's gefährlich. Wenn ich Bussen für idiotische und unverständliche Velosignalisation eintreiben dürfte, dann wäre ich so reich wie Roger Federer, Bill Gates, Muamar al-Gadaffi und die Billag zusammen.

Hoffentlich habe ich nächsten Sonntag wieder die NZZ im Briefkasten.

Sturmey

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