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Velopflock zieht um!

mbrennwa | 26 April, 2012 15:15

Der Velopflock zieht um: Jetzt ist velopflock.ch angesagt!

Der Velopflock vermisst auf veloblog.ch seine Artgenossen. Die Stollenpneus, GPS-Daten, Blumenbilder, Höhenmeter und Trails seiner Nachbaren sind nicht so sein Ding. Darum hat sich der Velopflock ein neues zu Hause gebaut und ist jetzt unter velopflock.ch zu finden.

Wir Velopflocker hoffen natürlich, dass unsere Leser diesen Umzug verkraften und uns auch an unserer neuen Adresse besuchen. Es gibt Kaffee und Kuchen!

P.S.: Velopflock.ch lässt sich natürlich auch per RSS oder E-Mail abonnieren!

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WP8F-CV3A-F33Z, KXCV-8HWS-9TGX und 2P3F-HRPZ-YVJ2

mbrennwa | 06 April, 2012 09:33

Velovignette ade! Und woher wissen die Bullen jetzt, wem die ganzen gestohlenen Velos gehören? Nicht, dass die sie sich dafür ernsthaft interessiert hätten. Ist aber trotzdem doof, oder?

Früher war das ganz einfach: Velovignette mit Bikerefinder kaufen, aufs Velo kleben, und schon war ich glücklich. Nun gibt's die Velovignette nicht mehr. Da habe ich mich also vor ein paar Tagen im Netz auf die Suche nach dem Bikerefinder gemacht, und ich hatte ehrlich gesagt einige Mühe, den BIKErefinder zu finden. Der Bikerefinder will nämlich neuerdinghs easyfinder heissen, wobei easyfinder allerdings für alle möglichen Vergesslichkeiten gut sein soll, z.B. für den Hockeyschläger, den ich im Zug liegen gelassen habe. Die Website ist sowas von unübersichtlich, dass ich das Fenster gleich wieder schliesse und mir das alles nochmal überlege (ich habe soeben nochmal nachgeschaut und muss zugeben, dass die Seite mittlerweile ein klein wenig easier daher kommt).

Aber zum Glück gibts Veloplus. Die haben nämlich den Velofinder erfunden. Alles ganz einfach, und erst noch (fast) gratis. Da registriert man seine Velos mit Beschreibung und Bild und allen möglichen Details. Wenn ein Velo abhanden kommt, meldet man das als gestohlen, und schon kann die ganze Welt nach dem Velo suchen. Ich glaube zwar nicht ernsthaft, dass die grosse weite Welt sich mehr für irgendein gestohlenes Velo interessiert als die Polizei, aber irgendwie habe ich beim Velofinder dennoch ein besseres Gefühl als beim Polizeiposten.

Sozusagen als Bonus kann man dann noch eine Velofinder-Vignette mit schickem QR-Code kaufen und aufs Velo kleben. So kann jeder Smartphone-Benutzer an der fröhlichen Suche nach gestohlenen Velos mittun (hey, das passt zu Ostern!). Auch alle anderen ohne Smartphone können mitsuchen, weil's auf den Vignetten auch einen für Menschen lesbaren Code drauf hat. Falls also jemand WP8F-CV3A-F33Z, KXCV-8HWS-9TGX oder 2P3F-HRPZ-YVJ2 findet, dann schaut beim Velofinder nach! Bitte! Ihr kriegt im Ernstfall auch eine Flasche Wein, einen Kasten Bier oder einen grossen Schoggihasen!

P.S.: das hier hing kürzlich an einem Veloparkplatz der ETH Zürich:

 
Warum nur kümmert sich die Immobilien-Abteilung um die Mobilität ihrer Mitarbeiter und Besucher? Ich weiss nicht so recht, ob ich weiterhin die Veloparkplätze der ETH benutzen soll. Die entsorgen am Ende noch mein WP8F-CV3A-F33Z.

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Ich habe eine Rakete gebaut

mbrennwa | 27 März, 2012 17:33

Die Garage ist voll mit Velos. Das Bankkonto leer. Die Freizeit geht für den Alltag drauf. Der Inhalt der Werkzeugkiste ist längst verrostet oder verloren gegangen. Was tun? Ein neues Velo bauen!

Gesagt, getan. Ich wollte schon immer mal ein Velo von Grund auf zusammenschrauben. Und nicht einfach irgendeins, sondern meins. Nun hatte und habe ich schon das eine oder andere Velo, und die Garage wird wirklich immer kleiner (echt jetzt!). Darum dachte ich, ich bau mir ein Velo, das möglichst viel davon abdeckt, was in meinem Zoo noch fehlt. Ein Cyclocrosser mit Titanrahmen also. Nur blöd, dass ich gar nicht vor habe, Cyclocross zu fahren. Oder, um's auf den Punkt zu bringen: ich brauche gar kein neues Velo. Aber Velos muss man nicht immer immer nur brauchen, manchmal will und muss man sie einfach haben.

Ich ging also auf die Suche nach einem Rahmen, Gabel, Antrieb, Rädern, Bremsen, Lenker, Vorbau, Sattel, und all den anderen Anbauteilen. Je mehr man sucht, je mehr hübsche Sachen findet man im Netz. Man liest sich in die Abgründe der Fahrradtechnik ein, vergleicht Preise, schaut auf die Optik, und liest Testberichte. Ich hätte nicht gedacht, dass alleine die Sucherei schon so viel Spass macht!

Im Dezember letzten Jahres hatte ich schliesslich eine haargenaue Vorstellung jeder einzelne Schraube am neuen Traumvelo und beginne den ganzen Kram zu bestellen. Leider ist plötzlich die bestellte Kurbel nicht mehr lieferbar, und es findet sich kein ins Gesamtkonzept passender Ersatz. Zurück zum Start also, obwohl der ganze Rest bereits bestellt und zum grössten Teil auch schon geliefert wurde, auch wenn DHL gefühlte 90% der Ware entweder in einem Lagerhaus im Otelfinger Niemandsland verloren oder beim Teilchenbeschleuniger verkauft hat. Irgendwann ist fast alles da, und dann hört das auserwählte Tretlager ausserhalb aller Kataloge und Onlineshops im EU-Billigwährungsraum auf zu existieren. Zum Glück ist das bei Veloplus umgekeht. Die haben das betreffende Lager gar nicht im Angebot, verkaufen es mir aber trotzdem – für harte Währung versteht sich.

Im Januar stapeln sich Kartonkisten mit Bremshebeln, Reifen, Pedalen, Bremsscheiben, Montagefett, Lenkerband, Laufrädern, Tretlagerschlüsseln, Bremskabeln und dem ganzen anderen Gedöns in der Garage. Eigentlich würde ich das alles ja gerne an den schönen neuen Rahmen schrauben. Geht aber nicht, weil der Rahmen, äh, ja, also, der Rahmen…

Gut Ding will Weile haben! Weil es nicht irgendein Velo werden soll, habe ich bei Dré San Bikes einen Titan-Massrahmen in Auftrag gegeben. Ein Rahmen mit Standardmassen hätte auch funktioniert. Aber hey, niemand auf der ganzen Welt soll den gleichen Rahmen haben!

Mitte März klingelt dann mein DHL-Freund an der Tür und drückt mir einen grossen Karton in die Hand. Ich dachte zuerst, der Kerl sei wahnsinnig stark. Aber es war eher so, dass der Karton für seine Grösse einfach wahnsinnig leicht war. Man baut Flugzeuge nicht umsonst aus Titan, und bestimmt war das edle Metall auch für meine Rakete keine schlechte Wahl.

Jetzt gab es kein Halten mehr! Ab in die Garage, Rahmen auspacken, losschrauben! Nach zwei Minuten war klar: so schnell wird das nix. Ich habe mir doch tatsächlich eingebildet zu wissen, welche Teile man braucht, um ein Velo zu bauen. Aber wie bitteschön soll ich die Sattelstütze im Rahmen festklemmen, wenn in den ganzen Kartonschachteln zwar drei Sternmuttern, sechs Schläuche und zwei Vorbauten liegen, aber keine einzige Sattelstützenklemme zu finden ist?

Mit etwas Geduld ging's dann trotzdem:

Morgen versuche ich damit zur Arbeit zu fahren. Vielleicht hält mein Konstrukt ja bis ins Büro. Drückt mir die Daumen!

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2012 - das Jahr der winzigen Abenteuer

tamburin | 03 Januar, 2012 11:56

Um es gleich vorweg zunehmen: Ich nehme mir auch dieses Jahr wieder einiges vor fürs neue Jahr, ganz unverdrossen. Das geht nur, weil es mir am Ende des Jahres dann wieder mal ganz egal sein wird, ob ich irgendwas davon umgesetzt haben werde oder nicht. Darauf kommt es nämlich gar nicht an im richtigen Leben - ganz im Gegensatz zum Berufsleben, wo man sich verbessern und seine Leistung steigern sollte zwischen zwei Mitarbeitergesprächen. Radfahren gehört zum Glück zu meinem richtigen Leben, und darum kann ich es machen, ohne einen Zwölf-Monate-Plan und Standortbestimmungen.
Zurück zu meinen Vorsätzen. Denen bin ich vorgestern im Internet begegnet. Das heisst, ich hatte sie mir schon gemacht, die Vorsätze, und dann bin ich auf das hier gestossen: http://vimeo.com/33318269. Ich finde, das klingt toll und richtig ansteckend. Einfach mal vor der eigenen Haustüre ein Abenteuer erleben. Es ist nichts wahnsinnig neues, manch einer hat das schon oft gemacht. Aber wie der Alastair das so rüberbringt, da möchte man gleich den Schlafsack in die Velotasche stopfen und losfahren. Abends aus dem Büro raus und ins Grüne fahren, irgendwo  biwakieren, früh aufstehen und am nächsten Morgen zur üblichen Zeit zurück am Arbeitsplatz - aber mit viel Energie in den Knochen. Und auch wenn der englische Ausdruck "Micro Adventure" für uns nach PR-Gag klingt (obwohl, da kann er ja nichts dafür, weil in England, wo er daheim ist, reden sie ja alle englisch) und ein klein wenig nach Selbstvermarktung - ist doch egal! Der eine oder andere, der sich das Filmchen ansieht, fühlt sich vielleicht animiert und verschwindet nächstes Jahr tatsächlich mal im Wald hinter dem Dorf, radelt durch die Nacht, um im Morgengrauen in einem See zu baden, oder übernachtet mal in einer Schneehöhle. Und dann hat Alastair schon sehr viel bewirkt. Ich jedenfalls habe mir für 2012 mehrere Micro Adventures vorgenommen, da ich weder Zeit noch Geld für Macro Adventures wie Erdumrundungen, Höhenrekorde oder Races across Was-auch-immer haben werde. Ausserdem: Small is beautiful. Ein gutes neues Jahr!

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Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

mbrennwa | 31 Oktober, 2011 22:18

Heute war auf dem Heimweg mal wieder richtig was los. Angefangen hatte es damit, dass ich vergeblich versucht hatte, mein Stahlross an eine Strassenlaterne anzulehnen. Das Ross war aber müde und ist dann gaaaanz langsam umgekippt und dabei mit diesem fiesen Kratzgeräusch der Stange entlang geschrammt. Es blieb nicht nur ein guter Teil des (sowieso schon vergammelten) Lacks am Laternenpfahl, sondern auch noch der letzte Rest White Carbon. Kaum losgefahren, wurde ich und das Ross zwischen einem Lieferwagen und dem Bordstein eingeklemmt (N.B.: unter dem Auto war ein Veloweg. Aber der war insbesondere für den Autolenker schwierig zu sehen, weil sein Sitz ja nicht durchsichtig war. Er konnte folglich nichts dafür). Weiter ging es mit einer Autotüre (gibt es eigentlich ein treffendes deutsches Wort für "doored"?) und zwei Fussgängern (einer davon besoffen), alles (inkl. Autotüre) auf Velowegen. Bei der ersten Zwischenstation angekommen nahm ich meinen Sohn in Empfang, schnallte ihn im Trailer und den Trailer am Velo fest.

Aber was interessieren mich schon Autos, Türen und Velowege. Auf der nächsten Etappe wurde es nämlich richtig lustig! Der Verkehr war bald überwunden, und ich bog mit Ross und Sohn in den Wald ein. Im Wald war's dunkel wie in einer Kuh, der Schotterweg steil wie die Rocky Mountains, der Trailer schwer wie noch eine Kuh, mein Sohn irgendwie auch, und das Stahlross hat diese neumödischen Slicks auf den Felgen. Und das beste daran: ich geniesse es! Kämpfen, kämpfen, immer weiter, bis wir oben auf dem Berg ankommen!

Wir wähnen uns schon beinahe am Etappenziel – aber dann: Kühe! In der nebligen Nacht mit Stahlross, Trailer und Nachwuchs über eine Kuhweide zu fahren ist irgendwie ziemlich cool! Danach erreichen wir dann doch das Knusperhäuschen, wo meine Tochter den Nachmittag verbracht hat. Nachdem wir in der Dunkelheit ihre sieben Sachen zusammengesucht haben und irgendwann auch ihren Bruder wieder finden (der hat sich unbemerkt ins Gebüsch geschlagen), werden im Trailer die Gurten wieder gespannt, und der Downhill geht los. Es würde zu weit gehen, hier in aller Öffentlichkeit weitere Details preiszugeben, aber: wir haben auf dem Weg nach Hause alle vor Freude geschrien (ok, das Stahlross hat erbärmlich gequietscht), und wir sind alle noch wohlauf (auch das Stahlross, ist halt aus Stahl). Gleich nochmal!

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Auf dem Veloweg von Kauderwelsch über Bastien Girod zu Benny Hill

mbrennwa | 20 September, 2011 07:34

Früher war alles besser. Da gab's zum Beispiel eine Website namens «Veloärgernisse», da konnte man Bilder und Beschreibungen von ärgerlichen Verkehrssituationen im Veloverkehr veröffentlichen, und damit die Verkehrsplaner aus der Velofahrerperspektive in die Mangel nehmen. Die Website wurde von Bastien Girod ins Leben gerufen, und ich fand das damals eine tolle Idee (und das wäre sie auch heute noch, wenn es die Website noch geben würde). Und weil Bastien Girod damals wie ich ein Student und damit automatisch total cool war, fand ich die Idee natürlich gleich noch besser. Heute bin ich (und der Bastian glaube ich auch) noch immer akademisch angehaucht, aber auch älter und überhaupt nicht mehr cool. Und deswegen war früher eben alles besser, finde ich jedenfalls.

Heute sieht das so aus: im aktuellen Velojournal (5/11) werden Bastian Girod (Grüne Zürich) und zwei andere «Velopolitiker» zum Thema Veloförderung interviewt. Da fallen Begriffe wie Mischverkehr, Entmischung, Niederlande, Velovignettenabschaffung, Velodiebstahlregister, Bundesebene, koordinierte Veloförderung, Bahnhof, Agglomerationsprogramm, Feigenblatt, ein Jahr in Holland, Strassenbauprogramm, Druck, Langsamverkehrkonzepte, Impulsprgramm, eigenständiges Verkehrsmittel, Mischzonenanteil, Modalsplit, E-Bike-Boom, Landwirtschaftswege, Schonräume, Komfort-Aspekt, Skandinavien, Grundkonflikt, Entflechtung, politische Koordination im Wesentlichen, Astra, kleinster gemeinsamer Nenner, Widerspruch, Paradigmenwechsel, in die Schranken weisen, Ballungsräume, anständige Velowege, Helmpflichtdebatte, Ständeratsdebatte, Kinderhelmpflicht, absurd, parlamentarische Tätigkeit, lancieren, breite Zustimmung, verfassungsrechtlich, Föderalismus, Verfassungsänderung, Hollandisierung, Infrastruktur, den Leuten klarmachen.

Sorry, so wird das nichts mit der Veloförderung. Ich bilde mir zwar ein, die meisten Worte zu verstehen (jaja, Akademiker halt). Aber ich habe keine Ahnung, was mir die drei mit ihren Worten sagen wollen. Nach der Lektüre des Artikels habe ich mir sogar kurz überlegt, ob wir die Veloförderung nicht lieber den SVP-Exponenten überlassen wollen. Die geben nämlich ganz einfache und verständliche Sätze von sich. Dummerweise sagen sie halt leider meistens das falsche, finde ich.

Aber vielleicht ist es ja ganz gut wenn die Politiker nicht überall neue Velowege hinpinseln und dann behaupten, sie hätten damit die Welt für die Velofahrer, die Autofahrer, die Fussgänger, die Kinder und sowieso alle verbessert. Wenn nämlich überall separate Velowege gebaut werden sollen, dann ist nämlich zumindest den Velofahrern nicht geholfen, denn:

Aber was solls. Ich fahre einfach weiter wie seit der Erfindung des Velos auf der Strasse. Das funktioniert im Fall prima, vorallem wenn man sich ein wenig auf die schönen farbigen Lichter an den Kreuzungen und die lustigen Steifen am Boden achtet.

Und sowieso, das eigentliche Veloärgernis dieser Tage ist viel schlimmer: Benny Hill hat seine Show in Zürich wegen «Terminkollisionen» vom 25. September auf den 2. Oktober verschoben. Nicht lustig! Aus Protest fahre ich trotzdem am nächsten Sonntag, halt ohne Benny Hill…

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Prinzessin Lillifee fährt Rad

mbrennwa | 14 Juli, 2011 21:18

Ich hasse die Lillifee! Sie kann ja nichts dafür, aber sie ist einfach blöd. Sie hat einen Freund, den Zaubermeister Flavio. Und sie ist halt eine Prinzessin oder eine Fee, oder vielleicht sogar beides. Aber sonst gibt's über das Mädel nichts handfestes zu berichten. Sie prangt einfach als Merchandising auf allen möglichen Kinderartikeln, damit die Kinder den Kram geil finden und ihre Eltern wie wild zum Kauf von allem möglichen Zeug treiben.

So geschehen beim Kauf des ersten richtigen Velos für meine Tochter: ich betrete voller Vorfreude mit der kleinen Lillifee-Verehrerin das Velogeschäft. Ich konnte ja nicht wissen, dass da ein abscheulich rosarotes Velo steht. Und die Lillifee klebt auch noch drauf! Es war selbstverständlich völlig egal, ob das Velo passt, oder ob die anderen Velos vielleicht irgendwie besser geeignet gewesen wären. Es gibt keinen Ausweg, ich muss das hässlichste Velo aller Zeiten kaufen. Und meine Tochter fährt jetzt Lillifee…

Schlimm, so ein Lillifeevelo. Aber heimlich freue ich mich schon auf die grosse Rache! Irgendwann ist das Velo zu klein für meine Tochter. Es wird dann genau die richtige Grösse für ihren kleinen Bruder haben. Den kleinen Mann nehme ich dann mit zum Coop-DIY. Erstens gibt es dort keine Lillifee, und zweitens gibts dort ganz viele Spraydosen. Und damit machen wir dann der Lillifee auf seinem neuen Velo den Garaus!

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Weisses Carbon!

mbrennwa | 10 Juli, 2011 10:30

Für mein Alltagsvelo gilt ja «Steel is real!». Aber seit gestern habe ich ein nicht alltägliches Carbonteil an meinem Stahlrahmen. Und was für eins!

Es handelt sich um eine Rahmenbeschichtung, die das Oberrohr im Bereich zum Übergang zum Sattelrohr versteift und so den Energieverlust beim Treten vermeidet. Die Beschichtung wurde extra für meinen Rahmen angefertigt, wobei ein sehr aufwändiges Molding-Verfahren angewendet wurde, das nur von ganz wenigen Spezialisten beherrscht wird. Das Verfahren beruht auf neusten Erkenntnissen aus der Ornidiarrhoe zur Kohlenstoffanreicherung, wobei das Endergebnis im Gegensatz zu der herkömmlichen Carbonverarbeitung nicht schwarz, sondern in extravagantem weiss daher kommt!

Der Clou am ganzen ist, dass diese custom-made Teile nichts kosten! Ich verstehe die Marketingstrategie dahinter nicht ganz, aber ich vermute, die White-Carbon-Spezialisten wollen ihre Produkte zunächst weiter verbreiten und dann richtig zulangen. Die Schwierigkeit ist im Moment, dass es in der Fahrradbranche wirklich nur ganz wenige White-Carbon-Produzenten gibt, die ihr Handwerk auch verstehen. Die Schwierigkeit bei der Herstellung von Rahmenbeschichtungen oder anderen custom-mold-Teilen ist, dass die betreffende Stelle am Rahmen aus grosser Distanz präzise getroffen werden muss. Zudem wird White-Carbon mit Vorteil an heissen Sonnentagen und an der prallen Sonne verarbeitet, damit das Material durch die Sonnenstrahlung fest im Stahlrahmen eingebrannt wird.

Eine noch ungelöste Frage der White-Carbon-Technik ist allerdings, wie man die Scheisse wieder entfernt. Aber vielleicht hat ja jemand eine gute Idee, schaut selbst:

Nachtrag, 13.8.2011: ich habe das Tuning-Teil einem Dauertest von ca. einem Monat unterzogen. Das Ding hat wunderbar funktioniert, bis es von einem Sprutz WD40 aufgelöst wurde und am Rahmen runtergetropft ist. So ein Mist! :-)

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Der Tiger im Tank

tamburin | 07 Juni, 2011 10:26

Als hätte ich es nicht schon immer gewusst: Velofahren ist ein Mannschaftssport. Wie konnte ich das vergessen?

Im letzten, zwar kurzen, aber dennoch kühlen und dunklen und versalzten Winter sass ich eines Abends wieder einmal auf der Rolle. Besser gesagt auf meinem Rennvelo, welches auf die Rolle montiert war. Ich liess mich von einem Podcast berieseln. The Bike Show aus London, auf Resonance.fm (thebikeshow.net), das beste, was man über das Thema Radfahren zu hören bekommt: Kultur, Technik, Politik, Kunst, Rennsport, Musik, alles rund ums Velo. Spendet Eure nächste Gratifikation / Erbschaft / Lottomillion diesem Privatsender, und ihr werdet es nicht bereuen. Oh, nein.

An jenem Abend aber war ich nicht allein auf der Rolle. Ein junger Kater war eben eingezogen bei uns. Er wusste noch nichts von Fahrrädern, auch nicht von Hinterrädern, die mit hoher Frequenz an Ort und Stelle rotieren. Mein Puls war deshalb schon zu Beginn des Trainings höher, als er bei Grundlagentraining sein sollte. Ich konnte den Kater nämlich nicht aus meinem Gym aussperren, weil sein Katzenklo dort drin steht, und er war ja eben erst am Lernen, dass dies sein Katzenklo sei und er es immer dort vorfinden würde, wenn ihn gewisse Zwänge befielen. Seine unvoreingenommene Neugier gegenüber meinem Hinterrad (ein Gefühl, das der Gümmeler bestens kennt: Ein Unbekannter am Hinterrad) veranlasste mich denn auch zu einigen beherzten Vollbremsungen, mit denen ich zweifellos mehrmals seine Schnauze rettete. Und meine auch, denn unsere Kinder hatten den Kater zu dem Zeitpunkt bereits fest ins Herz geschlossen.
Irgendwann verlagerte sich sein Interesse auf den Lenker, denn dort befanden sich auch meine Hände, und die bewegten sich gelegentlich, waren feucht und ein bisschen salzig. Es entwickelte sich schnell ein packendes Katz-und-Maus-Spiel, wobei ich meine Rolle wohl nicht näher zu erläutern brauche. Er versuchte, meine Hände zu packen, ich versuchte, auszuweichen. Es war mit Abstand die kürzeste Stunde, die ich je auf einem stationären Fahrrad zubrachte. Und sie war nicht so extensiv, wie ich mir das vorgestellt hatte. Durch die Hochspannung, unter der ich wegen der Bestie stand, erhöhte ich unbewusst die Trittfrequenz. Vom Podcast habe ich leider nichts mitgekriegt. Mein Unterbewusstsein möglicherweise schon, das funktioniert ja angeblich so. Aber das ist eben das Tolle an einem Podcast, ich kann ihn irgendwann wieder anhören. Ohne Raubtier, vielleicht.

Während sich die Haut an meinen Händen in den darauf folgenden Tagen regenerierte, machte ich mir ein paar Gedanken. Wieso war die Stunde so kurzweilig gewesen? War das das sprichwörtliche Tigerli im Tank gewesen, obwohl ich ja nicht mal einen Akku am Velo hatte? Und dann dämmerte es mir wieder: Velofahren, ganz egal ob als Ausdauertraining, als Rennsport, im Pendelverkehr oder auf Spazierfahrt, ist eigentlich ein äusserst sozialer Sport! Sozial in dem Sinn, dass es mehr Spass macht, mit anderen Leuten zu pedalen als alleine. Ist genau wie mit dem Essen. Man kann zwar mit Junkfood vor dem Fernseher alleine seinen Hunger stillen. Aber eine Tafelrunde mit guten Freunden bereitet deutlich mehr Spass und Genuss und bleibende Erinnerungen. Das habe ich noch jedes Mal so empfunden, wenn ich nicht alleine gefahren war. Nur war mir nicht immer klar gewesen, dass es die Gesellschaft war, die eine Runde zu etwas besonderem gemacht hat. Vorausgesetzt natürlich, erstens, man hat sich den Partner selber ausgesucht, und zweitens, es kommt nicht zu einer Rennsituation.

Diese Erleuchtung befiel mich so früh in diesem Kalenderjahr, dass ich sie spontan zu einem guten Vorsatz verwursten konnte: Ich nahm mir fest vor, diese Saison möglichst selten alleine Velo fahren zu gehen. Dadurch werden sich bestimmt viel mehr Kilometer zusammenläppern, womit jede Ausfahrt dank des besseren Trainingsstandes wiederum noch leichter fällt. Yeah! Jetzt muss ich nur noch ein paar Kumpels finden, und mein Weg in den Radsport-Olymp oder wahlweise auf eine Velo-Weltreise ist geebnet. Und Kumpels zu machen war ja noch nie so einfach wie im Zeitalter von Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Mein Kater kriegte eine Extraportion Brekkies, nachdem mir dieses Licht aufgegangen war. Ich selber gönnte mir zwei Bier und eine Tüte Chips. Die ganze Tretarbeit muss ja ich verrichten.

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Fliegen Grüne ausschliesslich?

tamburin | 13 März, 2011 21:10

Eigentlich gehört das jetzt ja nicht recht hierher, weil dieser Blog nicht ein politischer sein soll. Aber was sich da zugetragen hat, betrifft VelofahrerInnen eben schon. Aber der Reihe nach.

Ich fahr also am letzten Freitag mit der Rhätischen Bahn. Auf der Plattform des Wagens stehend, kurz vor dem Aussteigen, kann ich nicht anders, als eine kurze Unterhaltung mitzuhören. Eine Dame zwischen sechzig und siebzig, weisser Kurzhaarschnitt, hört ihrerseits die Unterhaltung einer Skitourengruppe auf dem Rückweg ins Mittelland mit. Es geht darum, wer wo um- oder aussteigt und welchem weiblichen Gruppenmitglied die Skier nach Hause trägt. An dieser Stelle schaltet sich die besagte Dame ein: "Manchmal wäre halt so ein Auto (ausgesprochen wie in "Auto: Igitt!" Anm. d. Red.) schon noch praktisch, nicht wahr?" "Fahren Sie denn nicht mehr Auto?" fragt einer der Tourenfahrer - offensichtlich mehr aus Höflichkeit als aus Interesse - zurück. Die trockene Antwort: "Ich bin Mitglied der grünen Partei." Punkt, Thema erledigt. Sie hätte auch sagen können: "Mein Enkel kommt jetzt auch schon bald in den Kindergarten." Das hätte ungefähr gleich viel mit der Beantwortung der Frage zu tun gehabt.

Ich meinerseits hätte fragen können: „Und Grüne fahren nie Auto, sondern fliegen immer, weil Engel ja Flügel haben?“ Hab ich aber nicht getan, weil ich etwas platt war ob so viel Selbstgerechtigkeit.

Und hier kommt nun die Bedeutung für uns Velofahrer: Eine starke grüne Partei in den Parlamenten von Gemeinden, Kantonen und Bund oder überhaupt eine schwungvolle Umweltbewegung könnte sicher mithelfen, bessere Randbedingungen für Alltagsvelofahrer auf den Schweizer Strassen zu schaffen. Aber die Partei, so wie die ganze Umweltbewegung in der Schweiz, leidet unter genau solchen Leuten wie der netten Dame aus dem Zug. Diese vermitteln das Bild des dogmatischen Umweltschützers: wer "grün" ist, fährt nicht Auto, fliegt nicht, raucht nicht, trägt handgestrickte Sachen und Ledersandalen, isst bio-vegetarisch, rasiert sich selten bis nie (Männer) oder trägt bunte Tücher um den Kopf geschlungen (Frauen) und träumt vom Paradies. Ein Fröscheschützer und Zucchetti-Selbstversorger. Ein grüner Fundi, eben, ziemlich unsexy. Und dieses Klischee wird dann jedem um die Ohren gehauen, der sich im Betrieb, in der Gemeinde oder sonst irgendwo für den Umweltschutz einsetzt. Das geht so weit, dass sich Leute von Pro Velo, der Lobbyorganisation der Velo Fahrenden, Sorgen machen müssen, "in die grüne Ecke gestellt" zu werden. Grün droht zum Unwort zu werden!

Dabei gibt es ja auch die anderen. Bei den Grünen in Deutschland wurden sie früher Realos genannt. Allgemein: Umweltbewusste Leute, egal, welcher politischen Ausrichtung, die sich mit Lust und Vernunft Mühe geben, möglichst wenig Dreck zu machen, während sie ihr Leben leben. Missionieren nicht, nörgeln nicht, machen einfach vor der eigenen Türe sauber. Wenn der neue Kühlschrank der Energieeffizienzkategorie A nicht in den Veloanhänger passt, dann leih ich mir halt kurz Nachbars Auto aus. zu Grossmutters Beerdigung in Amerika flieg ich natürlich schon hin (ich verteil dann dafür nicht die ganze Asche im Wind). Aber die Pragmatiker  kriegen immer wieder eins auf den Deckel von ihren Mitmenschen, die genervt sind von den "grünen Fundis" mit ihrem Anspruch, den einzig richtigen Weg zu gehen. Nähme mich wunder, wie viele Leute sich morgen wieder mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit machen, nur aus Trotz und um den „Grünen“ zu zeigen, wo diese sie mal können.

Die Realos gibt es aber auch bei der grünen Partei. Und darum wähle ich auch das nächste Mal Grün, wenn ein grüner Kandidat irgendwo zur Wahl steht. Der Dame im Zug habe ich übrigens nichts geantwortet. Es kam mir irgendwie fundimässig vor, sie ungefragt belehren zu wollen...

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Hey, das ist öffentlicher Grund hier!

mbrennwa | 26 Februar, 2011 16:21

Neulich vor der St.-Jakobskirche in Züri. Beste Lage in der Altstadt sozusagen. Ich suche ein Plätzchen, wo ich mein Velo abstellen kann. Und zwar so, dass ich es mit dem Schloss auch irgendwo "anbinden" kann. Am Kirchgemeindehaus hat's ein Fenstergitter (war das mal ein Gefängnis?), da passt das Schloss wunderbar durch. Kein Dieb auf der Welt will am Kirchgemeindehaus das Gitter absägen, um mein Velo zu klauen. Perfekt, glaube ich.

"HALT! Das gooaht abr niit" werde ich von hinten in breitem bündner Dialekt angefaucht. Etwas perplex frage ich: "Warum?" Der Bündner anwortet, das sei hier öffentlicher Grund, und überhaupt sei er (der Bünder) hier der Hauswart. Aber die Polizei wolle er nicht rufen, meint der Hauswart vielsagend. Da bin ich aber froh, dass ich nicht einglocht werde, weil ich mein Velo auf öffentlichem Grund abstellen wollte.

Aber mit einem Hauswart will man sich ja lieber nicht anlegen. Die haben einfach immer recht, noch mehr als die Polizei (darum musste man sie wohl auch nicht rufen). Auch wenn ich das Argument vom öffentlichen Grund nicht ganz nachvollziehen kann und die Kompetenz des Hauswarts in der Ausübung seiner law-and-order-Mission im öffentlichen Raum ein klein wenig in Frage stelle, ziehe ich weiter.

Hinter dem Kirchgemeindehaus ertappe ich eine feine Dame im Pelzmantel, wie sie heimlich an einer Schnapsflasche in einem braunen Papiersack ihren Durst löscht (Lance Armstrong trinkt mit Sicherheit nicht viel schneller aus seinem Bidon). Die Pelzdame lächelt mich verlegen an und zieht dann beschwingt weiter. An ihrem Rastplatz finde ich einen Blitzableiter... Hey, da passt mein Schloss gerade durch! Wenn sie da saufen darf, darf da auch mein Velo stehen. Perfekt!

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Sturmey

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Happy Birthday Velopflock!

mbrennwa | 11 Februar, 2011 11:24

Heute an der twoo: zwei Velophile werden zu einer Initiative über Pädophile befragt, währenddem die beiden eigentlich mit dem Smartphone des einen den veloblog lesen wollten. Das ging dann schief, weil das ach-so-smarte Phone lieber http://veloplg.ch anschauen wollte. Kein Wunder, die beiden hatten nach all den übergewichtigen Technovelos mit Elektromotor und Gashebel etwas zuviel von dieser neumödischen Elektronik. Nur die Pädovelos (sprich Kindervelos) haben noch keinen Motor, und das lässt doch hoffen. Und dann gibt's noch so holländische Designvelos ohne Motor. Laut Auskunft des Spezialisten ist bei denen das Rücklicht hinten. Aha. Die twoo war so mittelmässig. Gar klein und stromdominiert. Und ganz nebenbei hat die SBB den Preis der Velo-Tageskarten um 20% angehoben. Pflöcke! Und da wurde aus veloplg der velopflock-Blog. Weil wir ausserdem einen Pflock einschlagen wollen für spassorientiertes Velofahren im Alltag, kein Biker-, Gümmeler-, Technik- oder Grünen-Blog. Ein Einfach-Velofahren-Blog.

Happy Birthday Velopflock!

Sturmey und Archer

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