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Prinzessin Lillifee fährt Rad

mbrennwa | 14 Juli, 2011 21:18

Ich hasse die Lillifee! Sie kann ja nichts dafür, aber sie ist einfach blöd. Sie hat einen Freund, den Zaubermeister Flavio. Und sie ist halt eine Prinzessin oder eine Fee, oder vielleicht sogar beides. Aber sonst gibt's über das Mädel nichts handfestes zu berichten. Sie prangt einfach als Merchandising auf allen möglichen Kinderartikeln, damit die Kinder den Kram geil finden und ihre Eltern wie wild zum Kauf von allem möglichen Zeug treiben.

So geschehen beim Kauf des ersten richtigen Velos für meine Tochter: ich betrete voller Vorfreude mit der kleinen Lillifee-Verehrerin das Velogeschäft. Ich konnte ja nicht wissen, dass da ein abscheulich rosarotes Velo steht. Und die Lillifee klebt auch noch drauf! Es war selbstverständlich völlig egal, ob das Velo passt, oder ob die anderen Velos vielleicht irgendwie besser geeignet gewesen wären. Es gibt keinen Ausweg, ich muss das hässlichste Velo aller Zeiten kaufen. Und meine Tochter fährt jetzt Lillifee…

Schlimm, so ein Lillifeevelo. Aber heimlich freue ich mich schon auf die grosse Rache! Irgendwann ist das Velo zu klein für meine Tochter. Es wird dann genau die richtige Grösse für ihren kleinen Bruder haben. Den kleinen Mann nehme ich dann mit zum Coop-DIY. Erstens gibt es dort keine Lillifee, und zweitens gibts dort ganz viele Spraydosen. Und damit machen wir dann der Lillifee auf seinem neuen Velo den Garaus!

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There Are Nine Million Bicycles In Beijing

tamburin | 10 Juli, 2011 22:10

Ich liebe Katie Melua. Erst seit kurzem, und ich kenne sie ja nicht persönlich oder so. Entsprechend ist meine Zuneigung noch ganz leicht zurückhaltend. Ich kenne nur ihre Musik, genauer gesagt sogar nur ein einziges ihrer Lieder. Aber es war Liebe auf den ersten Blick, wenn Ihr wisst, was ich meine. Besser gesagt auf das erste Abspielen. Frau Melua hat nämlich das schönste Lied geschrieben, das ich kenne und dessen Text ein Velo erwähnt. Nichts gegen "Bicycle Race" von Queen, das ist ein temporeicher Klassesong, aber, wow, was Katie Melua da haucht, ist schon ziemlich packend. Und so voller Andeutungen und Zweideutigkeiten, nicht im anzüglichen, nein, im romantischen Sinn. Ein Beispiel sei an dieser Stelle kolportiert:
Strophe eins: "There are nine million bicycles in Beijing, that's a fact, it's a thing we can't deny, like the fact that I will love you till I die."
Wunderschön, oder? Nur schon zum Lesen, aber zum Hören erst! Allein die Vorstellung, dass neun Millionen Fahrräder in Peking unterwegs sind, ist so wunderschön romantisch-altmodisch! Jeder weiss natürlich, dass der zeitgenössische Chinese auf sein Velo pfeift und einen Mercedes will (und sich immer häufiger auch einen kauft), weshalb die Anzahl Velos in chinesischen Städten in den letzten Jahren ähnlich dramatisch abgenommen hat wie die Anzahl frei herumlaufender Regimekritiker nach 1989. Die unschuldige Naivität, mit der diese Zahl uns als Tatsache verkauft wird, ist einfach liebenswert. Bitte schick ihr keiner eine halbwegs moderne Verkehrsstatistik von Peking zu, ja?
Weiter: "That's a fact, it's a thing we can't deny". Richtig verspielt, wie Frau Melua da, nicht etwa bloss zwischen den Zeilen, eine Definition des Begriffs "Tatsache" mitliefert! Und das in einem Liebeslied! Die Frau ist allem Anschein nach so verliebt, dass es sie überhaupt nicht kümmert, wertvolle 1.8 Sekunden Tonspur darauf zu verschwenden, die von ihr gewählten Wörter zu erklären. Wo sie doch alle künstlerische Freiheit besässe, irgendwelche kryptischen, ungebräuchlichen oder auchfrei erfundenen Wörter zu verwenden, ohne dass sich jemand darüber ärgern dürfte. Würde Bob Dylan seine Texte beim Singen auch gleich noch erklären, würde sein Oeuvre heute nicht 43 Alben, sondern bestenfalls drei Lieder umfassen. (Wünschenswert wäre das aber manchmal schon. Mich würde, bitteschön, mal interessieren, was the joker und the thief in "All Along The Watchtower" zusammen zu schaffen haben.)

Jetzt aber schleunigst zurück zum Lied: "...like the fact that I will love you till I die." Erstens finde ich das einen restlos überzeugenden Liebesschwur, dass sie lebenslange Liebe schon heute als Tatsache anschaut. Müsste mir mal passieren! (Oder will sie etwa nächstens ihrem Leben ein Ende setzen?) Zweitens ist man beim Zuhören dermassen berührt, dass man leicht die Zweideutigkeit in der Zeile überhört. Gut möglich, nämlich, dass mit "you" gar nicht der Lover gemeint ist, sondern der Cruiser, oder was immer Frau Melua für ein Fahrrad ihr eigen nennt (ich persönlich hoffe ganz fest, es sind mehrere Dutzend, das kann sie sich inzwischen ja sicher leisten). Sie outet sich also durch die Blume (eine rote Rose, bestimmt) als Velo-Aficionada. Das gefällt mir sehr, sehr gut und festigt unsere noch junge Beziehung ganz beträchtlich.

Leider müssen wir an dieser Stelle die Betrachtungen über dieses Lied abbrechen, da das Velo darin in keinem anderen Zusammenhang mehr auftritt . Und weil es darin eigentlich überhaupt nicht um Velos geht, geschweige denn um Pekinger Velos. Mir doch egal! Das Lied ist schön, und Katie Melua ist schön, und Velofahren ist noch schöner. The Bicycle Goes Pop, und was will man mehr?

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Weisses Carbon!

mbrennwa | 10 Juli, 2011 10:30

Für mein Alltagsvelo gilt ja «Steel is real!». Aber seit gestern habe ich ein nicht alltägliches Carbonteil an meinem Stahlrahmen. Und was für eins!

Es handelt sich um eine Rahmenbeschichtung, die das Oberrohr im Bereich zum Übergang zum Sattelrohr versteift und so den Energieverlust beim Treten vermeidet. Die Beschichtung wurde extra für meinen Rahmen angefertigt, wobei ein sehr aufwändiges Molding-Verfahren angewendet wurde, das nur von ganz wenigen Spezialisten beherrscht wird. Das Verfahren beruht auf neusten Erkenntnissen aus der Ornidiarrhoe zur Kohlenstoffanreicherung, wobei das Endergebnis im Gegensatz zu der herkömmlichen Carbonverarbeitung nicht schwarz, sondern in extravagantem weiss daher kommt!

Der Clou am ganzen ist, dass diese custom-made Teile nichts kosten! Ich verstehe die Marketingstrategie dahinter nicht ganz, aber ich vermute, die White-Carbon-Spezialisten wollen ihre Produkte zunächst weiter verbreiten und dann richtig zulangen. Die Schwierigkeit ist im Moment, dass es in der Fahrradbranche wirklich nur ganz wenige White-Carbon-Produzenten gibt, die ihr Handwerk auch verstehen. Die Schwierigkeit bei der Herstellung von Rahmenbeschichtungen oder anderen custom-mold-Teilen ist, dass die betreffende Stelle am Rahmen aus grosser Distanz präzise getroffen werden muss. Zudem wird White-Carbon mit Vorteil an heissen Sonnentagen und an der prallen Sonne verarbeitet, damit das Material durch die Sonnenstrahlung fest im Stahlrahmen eingebrannt wird.

Eine noch ungelöste Frage der White-Carbon-Technik ist allerdings, wie man die Scheisse wieder entfernt. Aber vielleicht hat ja jemand eine gute Idee, schaut selbst:

Nachtrag, 13.8.2011: ich habe das Tuning-Teil einem Dauertest von ca. einem Monat unterzogen. Das Ding hat wunderbar funktioniert, bis es von einem Sprutz WD40 aufgelöst wurde und am Rahmen runtergetropft ist. So ein Mist! :-)

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