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Velopflock zieht um!

mbrennwa | 26 April, 2012 15:15

Der Velopflock zieht um: Jetzt ist velopflock.ch angesagt!

Der Velopflock vermisst auf veloblog.ch seine Artgenossen. Die Stollenpneus, GPS-Daten, Blumenbilder, Höhenmeter und Trails seiner Nachbaren sind nicht so sein Ding. Darum hat sich der Velopflock ein neues zu Hause gebaut und ist jetzt unter velopflock.ch zu finden.

Wir Velopflocker hoffen natürlich, dass unsere Leser diesen Umzug verkraften und uns auch an unserer neuen Adresse besuchen. Es gibt Kaffee und Kuchen!

P.S.: Velopflock.ch lässt sich natürlich auch per RSS oder E-Mail abonnieren!

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Die ETH Zürich mäht Velos nieder

mbrennwa | 18 April, 2012 20:31

Die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETH) wird ja gemeinhin als Kaderschmiede und Ansammlung von wahnsinning gescheiten Köpfen angesehen. Weit gefehlt!

Vor ein paar Tagen hat die ETH-Immobilienabteilung mir und vielen anderen ETH-Velofahrern gedroht, «nicht gültig immatrikulierte» Velos zu verschrotten. Ich dachte, dieser bellende Hund würde nicht beissen, weil die Velovignette (die wohl mit «gültig immatrikuliert» gemeint war) nicht mehr ist! Aber eben, ich wiederhole: weit gefehlt!

Die Hüter der ETH-Hausordnung haben nämlich in den letzten Tagen ihre Sensemänner losgeschickt, um grausame Drohung zu vollstrecken. Das Ergebnis sieht dann so aus:

 

 

Arme Velos! Arme ETH-Angehörige!

Nun höre ich den einen oder anderen schon sagen, dass diese Veloleichen auch in ihren besten Jahren schon nicht zu den schönsten dieser Welt gehört haben. Und vielleicht waren sie auch ein bisschen kaputt und wurden ja eventuell auch nicht jeden Tag benutzt. Aber muss man sie deswegen gleich niedermetzeln? Dürfen die das? Und was ist mit den Immobilien-Sensemännern zu tun (die sind ja wohl auch nicht im engeren Sinne an der ETH «gültig immatrikuliert», oder)?

Liebe Leser, jetzt seid ihr dran: was soll mit defekten oder wenig benutzten Velos in öffentlichen Veloabstellanlagen geschehen?

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WP8F-CV3A-F33Z, KXCV-8HWS-9TGX und 2P3F-HRPZ-YVJ2

mbrennwa | 06 April, 2012 09:33

Velovignette ade! Und woher wissen die Bullen jetzt, wem die ganzen gestohlenen Velos gehören? Nicht, dass die sie sich dafür ernsthaft interessiert hätten. Ist aber trotzdem doof, oder?

Früher war das ganz einfach: Velovignette mit Bikerefinder kaufen, aufs Velo kleben, und schon war ich glücklich. Nun gibt's die Velovignette nicht mehr. Da habe ich mich also vor ein paar Tagen im Netz auf die Suche nach dem Bikerefinder gemacht, und ich hatte ehrlich gesagt einige Mühe, den BIKErefinder zu finden. Der Bikerefinder will nämlich neuerdinghs easyfinder heissen, wobei easyfinder allerdings für alle möglichen Vergesslichkeiten gut sein soll, z.B. für den Hockeyschläger, den ich im Zug liegen gelassen habe. Die Website ist sowas von unübersichtlich, dass ich das Fenster gleich wieder schliesse und mir das alles nochmal überlege (ich habe soeben nochmal nachgeschaut und muss zugeben, dass die Seite mittlerweile ein klein wenig easier daher kommt).

Aber zum Glück gibts Veloplus. Die haben nämlich den Velofinder erfunden. Alles ganz einfach, und erst noch (fast) gratis. Da registriert man seine Velos mit Beschreibung und Bild und allen möglichen Details. Wenn ein Velo abhanden kommt, meldet man das als gestohlen, und schon kann die ganze Welt nach dem Velo suchen. Ich glaube zwar nicht ernsthaft, dass die grosse weite Welt sich mehr für irgendein gestohlenes Velo interessiert als die Polizei, aber irgendwie habe ich beim Velofinder dennoch ein besseres Gefühl als beim Polizeiposten.

Sozusagen als Bonus kann man dann noch eine Velofinder-Vignette mit schickem QR-Code kaufen und aufs Velo kleben. So kann jeder Smartphone-Benutzer an der fröhlichen Suche nach gestohlenen Velos mittun (hey, das passt zu Ostern!). Auch alle anderen ohne Smartphone können mitsuchen, weil's auf den Vignetten auch einen für Menschen lesbaren Code drauf hat. Falls also jemand WP8F-CV3A-F33Z, KXCV-8HWS-9TGX oder 2P3F-HRPZ-YVJ2 findet, dann schaut beim Velofinder nach! Bitte! Ihr kriegt im Ernstfall auch eine Flasche Wein, einen Kasten Bier oder einen grossen Schoggihasen!

P.S.: das hier hing kürzlich an einem Veloparkplatz der ETH Zürich:

 
Warum nur kümmert sich die Immobilien-Abteilung um die Mobilität ihrer Mitarbeiter und Besucher? Ich weiss nicht so recht, ob ich weiterhin die Veloparkplätze der ETH benutzen soll. Die entsorgen am Ende noch mein WP8F-CV3A-F33Z.

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Ich habe eine Rakete gebaut

mbrennwa | 27 März, 2012 17:33

Die Garage ist voll mit Velos. Das Bankkonto leer. Die Freizeit geht für den Alltag drauf. Der Inhalt der Werkzeugkiste ist längst verrostet oder verloren gegangen. Was tun? Ein neues Velo bauen!

Gesagt, getan. Ich wollte schon immer mal ein Velo von Grund auf zusammenschrauben. Und nicht einfach irgendeins, sondern meins. Nun hatte und habe ich schon das eine oder andere Velo, und die Garage wird wirklich immer kleiner (echt jetzt!). Darum dachte ich, ich bau mir ein Velo, das möglichst viel davon abdeckt, was in meinem Zoo noch fehlt. Ein Cyclocrosser mit Titanrahmen also. Nur blöd, dass ich gar nicht vor habe, Cyclocross zu fahren. Oder, um's auf den Punkt zu bringen: ich brauche gar kein neues Velo. Aber Velos muss man nicht immer immer nur brauchen, manchmal will und muss man sie einfach haben.

Ich ging also auf die Suche nach einem Rahmen, Gabel, Antrieb, Rädern, Bremsen, Lenker, Vorbau, Sattel, und all den anderen Anbauteilen. Je mehr man sucht, je mehr hübsche Sachen findet man im Netz. Man liest sich in die Abgründe der Fahrradtechnik ein, vergleicht Preise, schaut auf die Optik, und liest Testberichte. Ich hätte nicht gedacht, dass alleine die Sucherei schon so viel Spass macht!

Im Dezember letzten Jahres hatte ich schliesslich eine haargenaue Vorstellung jeder einzelne Schraube am neuen Traumvelo und beginne den ganzen Kram zu bestellen. Leider ist plötzlich die bestellte Kurbel nicht mehr lieferbar, und es findet sich kein ins Gesamtkonzept passender Ersatz. Zurück zum Start also, obwohl der ganze Rest bereits bestellt und zum grössten Teil auch schon geliefert wurde, auch wenn DHL gefühlte 90% der Ware entweder in einem Lagerhaus im Otelfinger Niemandsland verloren oder beim Teilchenbeschleuniger verkauft hat. Irgendwann ist fast alles da, und dann hört das auserwählte Tretlager ausserhalb aller Kataloge und Onlineshops im EU-Billigwährungsraum auf zu existieren. Zum Glück ist das bei Veloplus umgekeht. Die haben das betreffende Lager gar nicht im Angebot, verkaufen es mir aber trotzdem – für harte Währung versteht sich.

Im Januar stapeln sich Kartonkisten mit Bremshebeln, Reifen, Pedalen, Bremsscheiben, Montagefett, Lenkerband, Laufrädern, Tretlagerschlüsseln, Bremskabeln und dem ganzen anderen Gedöns in der Garage. Eigentlich würde ich das alles ja gerne an den schönen neuen Rahmen schrauben. Geht aber nicht, weil der Rahmen, äh, ja, also, der Rahmen…

Gut Ding will Weile haben! Weil es nicht irgendein Velo werden soll, habe ich bei Dré San Bikes einen Titan-Massrahmen in Auftrag gegeben. Ein Rahmen mit Standardmassen hätte auch funktioniert. Aber hey, niemand auf der ganzen Welt soll den gleichen Rahmen haben!

Mitte März klingelt dann mein DHL-Freund an der Tür und drückt mir einen grossen Karton in die Hand. Ich dachte zuerst, der Kerl sei wahnsinnig stark. Aber es war eher so, dass der Karton für seine Grösse einfach wahnsinnig leicht war. Man baut Flugzeuge nicht umsonst aus Titan, und bestimmt war das edle Metall auch für meine Rakete keine schlechte Wahl.

Jetzt gab es kein Halten mehr! Ab in die Garage, Rahmen auspacken, losschrauben! Nach zwei Minuten war klar: so schnell wird das nix. Ich habe mir doch tatsächlich eingebildet zu wissen, welche Teile man braucht, um ein Velo zu bauen. Aber wie bitteschön soll ich die Sattelstütze im Rahmen festklemmen, wenn in den ganzen Kartonschachteln zwar drei Sternmuttern, sechs Schläuche und zwei Vorbauten liegen, aber keine einzige Sattelstützenklemme zu finden ist?

Mit etwas Geduld ging's dann trotzdem:

Morgen versuche ich damit zur Arbeit zu fahren. Vielleicht hält mein Konstrukt ja bis ins Büro. Drückt mir die Daumen!

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Tschulligung!

tamburin | 16 Februar, 2012 23:46

Heute fahre ich also auf dem einzigen Radweg in der ganzen Stadt, der vollständig von allen anderen Verkehrsteilnehmern getrennt ist, auch von den Fussgängern, und denke an nichts Böses. Im Halbdunkel geht aber doch ein untrennbarer Fussgänger auf meinem Radweg, obwohl der Fussweg bloss eine Heckenbreite entfernt ist. Halb so schlimm, also klingle ich kurz, er macht Platz, ich sause vorbei, alles klar. Als ich auf seiner Höhe bin, spüre ich den Reflex, mich zu bedanken. Ich bin schliesslich ein höflicher Mensch, und bloss, weil er aus Versehen auf der falschen Seite der Hecke unterwegs ist, brauche ich ja nicht ausfällig zu werden.

Trotzdem ist mir das eingefahren, dass ich mich reflexartig beim Fussgänger bedanken wollte, dass er den Radweg frei gemacht hat für mich. Mir ist durch den harmlosen Zwischenfall  klar geworden: Wir sind viel zu anständig! Wir Velofahrer stehen zuwenig für unsere Rechte ein! Zum Beispiel, wenn wir uns gar nichts mehr dabei denken, wenn wenn der Stadtbus wie immer aus der Stoppstrasse herausfährt und uns den Weg abschneidet. Oder wenn wir uns auf unsere Nachfrage bei der Schulleitung nach Abstellplätzen für die Schüler in der Nähe des Schulhauses (nicht mehr oder bessere Abstellplätze, nein: Abstellplätze überhaupt!) mit irgendwelchen Floskeln abspeisen lassen. Wir haben uns daran gewöhnt, der schwächere zu sein. Das sind wir nur in physikalischer Hinsicht, nicht aber in verkehrspolitischer. Da sind wir gleichberechtigt. (Ich war weder in Physik noch in Staatskunde eine Leuchte, aber soviel habe ich verstanden.)

Damit mich keiner falsch versteht hier:

Aber wenn ich auf der Strasse mit dem Velo unterwegs bin, wenn ich mit dem Velo zu einem öffentlichen Gebäude fahre, will ich meine Rechte wahrnehmen können und Platz zum Fahren und Platz zum Abstellen meines Velos kriegen. Viel mehr verlange ich nicht, aber auch nicht weniger. Da sollten wir Velofahrer selbstbewusster werden, bei allem Gebrüll über Radfahrer auf Trottoirs und an Rotlichtern. Schwarze Schafe gibt es, die sollen auch bestraft werden. Aber eine sachliche Diskussion darüber, wie der Langsamverkehr gefördert werden soll, muss trotzdem möglich sein.

Jetzt höre ich dann sicher ganz viele Geschichten über Velorowdies. Bin schon gespannt. Bei dem Fussgänger habe ich mich dann übrigens nicht bedankt. Warum sollte ich! Allerdings habe ich ihn auch nicht schief angesehen oder aggressiv angeklingelt. Warum sollte ich!

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Farewell, EcoVelo!

tamburin | 14 Februar, 2012 21:03

EcoVelo ist nicht mehr. Eine der besten Websites über Velofahren im Alltag, das Velo als Transportmittel und nicht als High-End-Sportmaschine, die ich kenne, hat den Laden dicht gemacht. Ziemlich bitter, sowas. Alan und Michael verstanden es, technisch interessante Beiträge zu verbinden mit Tipps für Velopendler und ästhetisch sowie technisch hochstehenden Fotos von ihren (eigenartigerweise immer voll proper und frisch geschmiert aussehenden) Velos im Sonnenunter- oder -aufgang. Ok, die Fotos wurden einem irgendwann zuviel, so nach zwei Jahren. Das beste aber: die beiden hatten ein Auge für kleine Dinge am Strassenrand. Ist ja nicht mehr so häufig heutzutage. Oder für die kleinen Dinge am Velo dran. Gediegene Bremsen, fröhliche Taschen oder Vintage-Lenkerband. Die zahllosen Beiträge waren im Archiv fein säuberlich nach Kategorien geordnet abrufbar, die ganze breite Palette von A wie Advocacy über R wie Riding bis ähm, T wie The Kitchen Sink (wieso nicht einfach Z wie Ze Kitschen Sink?).

Für einen Europäer geriet die Seite leicht zum Kuriositätenkabinett, weil dort drüben - Alan und Michael, die übrigens ein Hetero-Paar sind, sie heisst halt einfach Alan, also die wohnen nämlich in den USA - fährt man ja komplett andere Velos als bei uns. Irgendwie sehen die meisten Gäule immer ein wenig Retro aus für uns, aber doch mit modernen Teilen dran. Handgehämmerte Schutzbleche über Nu-Vinci-Getriebe, und die Fahrerin hat ein klassisches Velo-Dächlikäppli à la Dres Balmer auf dem Kopf. Ledergriffe, Brooks-Sattel und Scheibenbremse am gleichen Rahmen! (Ich persönlich bin übrigens überzeugt, dass der Front-Korb (nicht zwingenderweise ein Lenkerkorb) aus den USA zu uns zurückgefunden hat. Richtig interessant, so eine Velo-Safari ins Unbekannte.

Ausserdem konnte man sich selber vorstellen, als Velopendler, wobei natürlich keiner grosse Details über den Fahrer lesen wollte, sondern Intimes über das Vehikel. Für Leute, die eher auf der Social-Media-Schiene unterwegs sind und sich gern vorstellen.

Also ich finde, die beiden haben ihre selbst definierte "Mission" (sie können halt auch nicht verbergen, dass sie Amis sind) erfüllt haben. Mission accomplished, kann man da nur sagen! (Ich kann halt ebensowenig verbergen, dass ich manchmal Nachrichten geschaut habe am Anfang dieses Jahrtausends.)

Genug gejammert! Die gute Nachricht ist nämlich, dass Alan und Michael so nett sind, das ganze Achiv an Blogposts bis mindestens 2014 im Netz stehen zu lassen! Wir können uns also noch lange an ihren fundierten Artikeln und Hochglanzbildern weiden. Ein Grund zum Blaumachen, falls man sich das nicht lieber fürs Velofahren vorbehalten möchte.

Aber wie weiter? Was lesen wir denn nun für einen Blog statt EcoVelo (ich mein, wenn wir nicht gerade im EcoVelo-Archiv stöbern)? Kennt jemand von Euch einen ähnlich guten Blog zum Thema Velo als Transportmittel?  Dann teilt das Geheimnis doch mit uns. Das schuldet Ihr dem Velopflock, weil wir Euch EcoVelo verraten haben. Harhar.

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15 mal das falsche gekauft

mbrennwa | 08 Februar, 2012 09:29

Auf dem Veloblog grassiert zur Zeit eine grausam ansteckende Velolosigkeit. Und folgende Geschichte passt perfekt in dieses Krankheitsbild: Andrew Hyde besitzt nur 15 Dinge, und er scheint ganz zufrieden zu sein. Andrew ist nicht etwa arm und mittellos, darum geht es nicht. Vielmehr hat er wohl versucht, sich von unserem grausam ansteckenden Konsumwahn zu befreien. Soweit bin ich voller Bewunderung für Andrew.

Aber ich möchte nicht wie Andrew sein. Seine Geschichte ist nämlich eine dreifache Tragödie:

Wie soll man da frei sein?

P.S.: ja, ich besitze sogar noch mehr Apple-Gadgets als Andrew. Aber solange die Zahl meiner elektronischen Lifestyle-Äpfel diejenige meiner Velos nicht übersteigt, ist das doch ok, oder?

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RAATUAOO EEHLO AHLT OOOOT!

mbrennwa | 12 Januar, 2012 20:09

Wie so oft am Abend in der Stadt: die Autos stehen rat- und tatlos in langen Schlangen vor den Rotlichtern rum. Ich fahre wie immer genüsslich an einer dieser Schlangen vorbei und halte bei der Ampel. Es wird grün, ich und die Schlange legen los – und dann passiert das: eins der Schlangenautos schliesst zu mir auf, das Fenster geht runter und die Autofahrerstimme schreit «RAATUAOO EEHLO AHLT OOOOT!!!»

Ich verstehe kein Wort, bin aber überzeugt, dass meine Anwesenheit auf zwei Rädern mal wieder zu viel war für eine dieser empfindlichen vom abendlichen Verkehrsstau gereizten Autofahrerseelen. Dennoch bin ich interessiert an dem Anliegen und frage deshalb (ich muss zugeben, meine Stimme riecht bereits leicht nach Testosteron): «Hey, waaas isch looos?». Aus dem Auto tönt es jetzt klar verständlich: «Gratulation, e Velo wo haltet bi Rot!»

Mein Testosteron verwandelt sich in ein etwas verwirrtes Grinsen, und mein Daumen geht nach oben. Irgendwie cool, diese Autofahrer…

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2012 - das Jahr der winzigen Abenteuer

tamburin | 03 Januar, 2012 11:56

Um es gleich vorweg zunehmen: Ich nehme mir auch dieses Jahr wieder einiges vor fürs neue Jahr, ganz unverdrossen. Das geht nur, weil es mir am Ende des Jahres dann wieder mal ganz egal sein wird, ob ich irgendwas davon umgesetzt haben werde oder nicht. Darauf kommt es nämlich gar nicht an im richtigen Leben - ganz im Gegensatz zum Berufsleben, wo man sich verbessern und seine Leistung steigern sollte zwischen zwei Mitarbeitergesprächen. Radfahren gehört zum Glück zu meinem richtigen Leben, und darum kann ich es machen, ohne einen Zwölf-Monate-Plan und Standortbestimmungen.
Zurück zu meinen Vorsätzen. Denen bin ich vorgestern im Internet begegnet. Das heisst, ich hatte sie mir schon gemacht, die Vorsätze, und dann bin ich auf das hier gestossen: http://vimeo.com/33318269. Ich finde, das klingt toll und richtig ansteckend. Einfach mal vor der eigenen Haustüre ein Abenteuer erleben. Es ist nichts wahnsinnig neues, manch einer hat das schon oft gemacht. Aber wie der Alastair das so rüberbringt, da möchte man gleich den Schlafsack in die Velotasche stopfen und losfahren. Abends aus dem Büro raus und ins Grüne fahren, irgendwo  biwakieren, früh aufstehen und am nächsten Morgen zur üblichen Zeit zurück am Arbeitsplatz - aber mit viel Energie in den Knochen. Und auch wenn der englische Ausdruck "Micro Adventure" für uns nach PR-Gag klingt (obwohl, da kann er ja nichts dafür, weil in England, wo er daheim ist, reden sie ja alle englisch) und ein klein wenig nach Selbstvermarktung - ist doch egal! Der eine oder andere, der sich das Filmchen ansieht, fühlt sich vielleicht animiert und verschwindet nächstes Jahr tatsächlich mal im Wald hinter dem Dorf, radelt durch die Nacht, um im Morgengrauen in einem See zu baden, oder übernachtet mal in einer Schneehöhle. Und dann hat Alastair schon sehr viel bewirkt. Ich jedenfalls habe mir für 2012 mehrere Micro Adventures vorgenommen, da ich weder Zeit noch Geld für Macro Adventures wie Erdumrundungen, Höhenrekorde oder Races across Was-auch-immer haben werde. Ausserdem: Small is beautiful. Ein gutes neues Jahr!

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Rilke für Radler

tamburin | 11 Dezember, 2011 21:51

Es gibt Leute, die leben heutzutage noch nach den Rythmen der Natur. Tag und Nacht, sicher, da machen die meisten von uns mit, die über 25 sind. Schon die Jahreszeiten sind aber ziemlich aus der Mode gekommen: Badeferien über Weihnachten, Herbstmodeschau im Frühling, knackige, rote Erdbeeren durchs ganze Jahr hindurch. Mir persönlich sind die Leute sympathischer, die noch etwas altmodisch warme Sachen anziehen, wenn es kühl wird, oder Radieschen ansäen im Frühling. Sich eine Einkaufsliste machen, statt aus dem Supermarkt nach Hause anzurufen. Solche Sachen finde ich irgendwie heimelig und ursprünglich, das gibt mir ein bisschen eine Leitlinie in unserer beliebigen Zeit, wo man jederzeit alles machen kann, was man will – wenn man denn weiss, was man will, aber das ist eine andere Geschichte.

Es gibt aber auch Leute, die halten sich für meinen Geschmack zu sehr an vorgegebene Strukturen. Ich habe zum Beispiel einen Velofreund, mit dem ich oft nach Feierabend oder am Wochenende Bike- oder Rennvelotouren unternehme, der sagte mir doch neulich: Nein, er komme nicht mehr mit auf eine Sonntagsrunde, seine Saison sei abgeschlossen, es sei ja schliesslich Oktober. Er könne sich nicht mehr motivieren, das Velo aus dem Keller zu holen. Kälte und so, früh dunkel. (Wörtlich sagte er: «Ich habe die Nase voll.» Wirklich.)

Ich also ohne ihn los am letzten Sonntag. Und das wurde die Ausfahrt des Jahres, wenn ich da eine bestimmen müsste. Der Wind, der sonst immer röhrt in unserem Tal, säuselte nur. Die Blätter waren bunter als Kleider in der Waschmittelwerbung, die vielen Rebberge entlang der Strecke waren abgelesen, und das Sonnenlicht war mild. Ich kurbelte gleichmässig und zufrieden durch die Gegend und überlegte, wie ich meine Freizeit im kommenden Winter sinnvoll nutzen könnte - falls er dann wirklich kommen würde, der Winter. Kurz: wer als Radfahrer da nicht zufrieden war mit sich und der Welt, der würde es niemals sein. Ich bringe es fast nicht übers Herz, meinem Freund zu erzählen, was er da verpasst hat. Zum Glück weiss er nichts von diesem Blog. Aber nächstes Jahr kriegt er nochmals eine Chance für someine Herbsttour.

Solche Ausfahrten spät im Jahr – egal, ob mit dem Bike, dem Rennvelo oder dem Einrad – sind die späte Krönung jeder Velosaison. Sie sind wie der Siegtreffer in der Verlängerung. Der Süsswein zur Abrundung eines Fünfgängers. Das IKEA-Sofa, das mehr als vier Jahre hält und immer noch anständig aussieht. Der Erwartungsdruck, fit werden, Kilometer fressen oder das Touren-Highlight des Jahres erleben zu müssen, ist weg. Die Kilometer, die man jetzt nicht gefahren hat, fährt man nämlich Ende Oktober auch nicht mehr (siehe unten). Die heimlichen Rivalen von der Montagsrunde haben ihre Räder teilweise schon eingestellt (siehe oben) und widmen sich anderen Ablenkungen vom Alltag. Nein, wer jetzt unterwegs ist, der macht das ganz allein zum Spass, um den Moment zu geniessen, in der Intensität, die ihm die Beine vorgeben, und nicht der Kopf.

Grund genug also, trockenes Wetter auch im November noch zu nutzen, die warme Hightech-Velobekleidung endlich mal ihrer Bestimmmung zuzuführen und einfach loszufahren. Mal am Wochenende auf die mittellange Runde gehen statt nach Feierabend. Einfach rollen lassen. Mir persönlich macht das besonders Spass, weil ich seit einigen Jahren nicht mehr wirklich einem geregelten Training mit Struktur und Phasen und Kontrollen nachgehe. Mit dem Nebeneffekt, dass ich im Herbst einfach automatisch am fittesten bin (am wenigsten unfit, eher), weil sich bis dahin am meisten Kilometer zusammengeläppert haben.

Während ich mich also an jenem Sonntag ganz entspannt der süssen Saison-End-Melancholie hingab und die gelbroten Wälder genoss, tat ich, was ich in solchen Situationen immer tue: ich liess meine Gedanken schweifen, wohin sie wollten (ich bilde mir ein, auch im Autopilot, einigermassen sicher über Land radeln zu können), und da fiel mir Rainer Maria Rilke ein. «Herbsttag» heisst eines seiner bekannteren Gedichte. Ich musste es früh in meiner Schulkarriere mal auswendig lernen, mochte es nicht und entdeckte es erst viel später für mich. Teile davon brachte ich wieder zusammen, und mir dämmerte, dass Rilke ein Velofahrer gewesen sein muss. Immerhin war er ein junger Mann, als das Velo seine erste grosse Blüteezeit erlebte, kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende. Und bei den Ideen, die inem Schmalspurdenker wie mir jeweils im Sattel kommen sind, was muss dem Rilke alles an Versen, Reimen und Metaphern eingefallen sein! Ich weiss nicht, was gestandene Rilke-Biografen darüber denken, aber ich glaube an den radelnden Rilke. Um meine Hypothese zu belegen, werde ich hier und jetzt das Gedicht "Herbsttag" neu deuten. Jetzt endlich verstehe ich nämlich, was Rilke wirklich sagen wollte. Das wird dann sicher alle überzeugen. Räusper:

Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

(War keine schlechte Saison: 4'000 Kilometer, und das auf dem neuen Fahrrad mit zwei gleich grossen Rädern. Aber mit der Zeitmesserei beim Üben ist jetzt Schluss. Sollen die andern vom Velozipedisten doch allein fahren, wenn sie hetzen wollen. Sie sehen ja dann, wo sie hin kommen ohne meinen Windschatten.)

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

(Sollen die ganzen verbissenen Gümmeler doch nochmals nach Mallorca fahren, wenn sie noch nicht genug Kilometer gefressen haben. Ich setz mich in die Gartenwirtschaft und sprech dem Rheinwein zu.)

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Die Kilometer, die ich jetzt noch nicht in den Beinen hab, hole ich nun auch nicht mehr auf. Irgendwie blöd aber, dass ich mich im September noch mit den Jungs vom Velozipedistenbund verkracht habe. Na dann, muss ich halt allein durchs Wintertraining. Vielleicht schreib ich aber auch endlich mal einen Leserbrief ans Cyclist's Journal. Oder ich versuche, ein bisschen Form durch marschieren zu behalten statt mit den blöden Vollgummireifen durch den Schneematsch zu gurken.)

Und? Überzeugt? Übrigens, wenn der Winter wirklich kommen sollte, lass ich das Velo auch mal im Keller und lese nach, was der alte Homer in seiner Odyssee eigentlich so übers Velofahren geschrieben hat, zwischen den Zeilen.

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E.T. phone home. Der Akku sollte reichen.

tamburin | 26 November, 2011 23:03

Ich habe diese Woche dank einem Beitrag über ein elektrisch angetriebenes Fahrrad in einer Fachzeitschrift eine Einsicht gewonnen. Ein Vorgang, den ich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Es ging um das erste E-Bike der Schweizer Firma Stöckli. Ich hatte schon Angst, die hätten ihre Entwicklungsabteilung zugemacht. Nun bin ich aber beruhigt. Sie haben vermutlich bloss alle verfügbaren Ingenieure auf motorisierte Velos abgestellt, so wie die meisten anderen Marken auch.

Den Einstieg ins E-Geschäft kann man Stöckli ja nicht verargen. Keiner verargt einem Teenager, dass er sich eine Tätowierung stechen lässt, weil das seine Altersgenossen auch tun. Aber, mit  Verlaub, der Schuss ist ja wohl nach hinten losgegangen. Auf den ersten Blick findet man das Gefährt gleich etwas eigenartig, man weiss aber nicht sofort warum. Erst wenn man nochmals zu der Anzeige zurückblättert, fällt einem auf: das arme Ding hat einen furchtbar dicken Hals! Die Sattelstütze ist mindestens armdick, wie überhaupt das ganze Sattelrohr. Solche Monstrositäten kennt man ja von Zeitfahrmaschinen. Dort kann man aber einmal leer schlucken und zwischen den Backenzähnen herauspressen: wer schnell sein will, muss halt leiden. Und vielleicht ist das ja auch der Grund, warum das Stöckli-E-Velo so hässlich aussieht: es will schnell sein. Andererseits: andere Stromvelos sind ja auch schnell - denn für etwas werden sie den Motor ja haben - aber sehen sie deswegen aus wie der Glöckner von Nôtre-Dame? Nein! Hier aber hat sich der Akku den ganzen Weg bis unter den Sattel hochgepresst wie die Schwellung bei einer Verstauchung. Wäre das in gleichem Mass dem Stromer widerfahren (mit dem Akku im Unterrohr), so versperrte dort der Akku dem Fahrer die Sicht auf die Strasse! Der Modell-Name e.t. ist äusserst treffend gewählt, denn erinnert an den liebenswerten, weil hässlichen kleinen Kartoffelmann aus dem gleichnamigen Kino-Kassenschlager aus dem Jahr 1982.

Wie es so dasteht, das e.t., ganz Akku auf Rädern, erinnert es einen an einen Kompressor auf einer Strassenbaustelle. Du weisst schon, der Dieselmotor mit Rädern und Anhängevorrichtung, der unter Ohren betäubendem Lärm dem Presslufthammer Luft einpresst. Oder, um beim Bau zu bleiben, an einen Dumper, der im grossen und ganzen eine riesige Garette mit einem versteckten kleinen Sitz hinten dran ist. Nicht schön, sowas: ein Teil des Ganzen läuft  Amok, wird überproportional gross und drängt alle anderen Teile in den Hintergrund (fast wie die SVP, könnte man hier einwerfen). Auch gab es vor etwa hundert Jahren Autos, die fast nur aus Motor und Tank bestanden, und der fast winzig wirkende Fahrer am hinteren Ende versuchte verzweifelt und mit vollem Körpereinsatz, die Teufelsmaschine unter seinem Hintern irgendwie zu bändigen.

Vielleicht aber ist das mit den E-Bikes ja nicht einfach ein ästhetisches Problem (welches schon gravierend genug ist). Vielleicht ist das Stöckli-E-Bike einfach das seit einiger Zeit überfällige Zeichen vom lieben Gott: Wenn man den Akku und den Motor nicht so an ein Velo anmachen kann, dass es danach immer noch die grundlegensten Assoziationen hervorruft, welche man landläufig mit einem Velo verknüpft - Leichtigkeit, Einfachheit, Eleganz, Grazie, Gleichgewicht, wie auch immer - dann soll es möglicherweise EINFACH NICHT SEIN, dass Velos einen Motor und einen Akku haben! Zugegebenermassen war der brennende Dornbusch ein deutlicheres Zeichen, aber wir sollten in den paar Tausend Jahren seither ja auch was dazugelernt haben. Und ein Dornbusch wäre im Zusammenhang mit Fahrrädern auch eine unglücklich gewählte Metapher.

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Mein Name ist Hase

tamburin | 05 November, 2011 09:28

Heute habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und bin zum Reha-Zentrum gegangen. Das heisst, ins Reha-Center zu gehen, war eigentlich nicht direkt mein Wunsch. Ich habe aber spritzgekriegt, dass sie dort einen Pino vermieten. Einen Hase Pino. Ein Pino sieht so aus: Pino Ein Tandem, bei dem der vorne, der Stoker also, liegt, und der Captain hinten aufecht sitzt. Ein Hybrid zwischen normalem Velo und Liegerad, sozusagen. Oder zwischen Mountainbike und Eisenplastik, im besten Sinne. Abgesehen von den ganzen Vorteilen, die Tandems bieten - vereinte Kraft, alleine fahrbar etc. - hat man beim Pino als Captain die totale Über- und Aussicht, weil der Stoker nicht im Weg hockt. Und man kann sich mit dem Vordermann tipptopp unterhalten, weil man die Köpfe so nahe beieinander hat. Ist der Stoker ein Kind (hier an Kinderarbeit zu denken, wäre aber irregeleitete political correctness! Honi soit, qui mal y pense), kann man ihm sogar in voller Fahrt die Nase wischen. Und das kann durchaus ein Kind sein da vorne, man kann nämlich eine Kinder-Kurbelgarnitur montieren, welche der Beinlänge angepasst ist.

Aber genug technische Details. Ich habe mir also einen Pino fürs Wochenende gemietet und gleich meine Tochter vom Kindergarten abgeholt damit. Sie jauchzte während der halben Fahrt (war keine Kinderkurbel dran, sie konnte ihre Beine also einfach hängenlassen) und genoss jede Kurve in vollen Zügen. Sie blieb dann auch die ganze Zeit auf dem Velo sitzen, während ich Mittagessen kochte. Auch die anderen beiden Kinder waren hell begeistert, als wir kreuz und quer durchs Quartier sausten und wieder zurück. Ich musste beginnen, Buch führen, wer schon wie oft und wie lange und so weiter, um ärgere Tumulte zu verhindern.

Einzig das heimliche Oberhaupt der Familie fühlte sich ein wenig exponiert, als sie doch deutlich vor mir auf die befahrene Kreuzung raus musste, ohne aber was zum Kurs zu sagen zu haben. Ich meine: Gewöhnungssache! (Sie meint: Rollentausch ist angesagt. Wird sie mich auf dem Stokersitz balancieren können? Autsch.)

Ebenso Gewöhnungssache ist das Handling für den Captain. Das Velo ist natürlich nicht sehr wendig mit dem Rohr, das fast zwei Meter unter dem Sattel nach vorne ragt, und dem Lenker, der eine Normbadewanne bequem aufnehmen könnte. Das Vehikel ist aber trotzdem äusserst leicht zu bedienen, wenn man mal ein paar Kurven und Kreise gefahren hat. Sogar Wiegetritt soll möglich sein (was ich mit dem Nachwuchs vorne drauf nicht unbedingt ausprobieren wollte. Ich hatte es schnell im Griff, genoss die bequeme aufrechte Sitzposition und konnte anfangen, auf die Reaktionen am Strassenrand zu achten. Die waren zahlreich und, soviel ich gesehen habe, immer positiv. Vor allem Kinder liessen sich zu einem Aufschrei hinreissen. Der eine oder andere Autolenker wurde zum Verkehrsrisiko vor lauter Staunen.

Das war für mich das Grösste an dem Test und die wesentliche Erkenntnis: zu sehen, wie ein Velo die Leute auf der Strasse begeistern kann, jenseits von Carbon, Federweg und elektronischer Schaltung. Von meiner Begeisterung ganz zu schweigen. Der Gang ins Reha-Center hat sich definitv gelohnt.

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Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

mbrennwa | 31 Oktober, 2011 22:18

Heute war auf dem Heimweg mal wieder richtig was los. Angefangen hatte es damit, dass ich vergeblich versucht hatte, mein Stahlross an eine Strassenlaterne anzulehnen. Das Ross war aber müde und ist dann gaaaanz langsam umgekippt und dabei mit diesem fiesen Kratzgeräusch der Stange entlang geschrammt. Es blieb nicht nur ein guter Teil des (sowieso schon vergammelten) Lacks am Laternenpfahl, sondern auch noch der letzte Rest White Carbon. Kaum losgefahren, wurde ich und das Ross zwischen einem Lieferwagen und dem Bordstein eingeklemmt (N.B.: unter dem Auto war ein Veloweg. Aber der war insbesondere für den Autolenker schwierig zu sehen, weil sein Sitz ja nicht durchsichtig war. Er konnte folglich nichts dafür). Weiter ging es mit einer Autotüre (gibt es eigentlich ein treffendes deutsches Wort für "doored"?) und zwei Fussgängern (einer davon besoffen), alles (inkl. Autotüre) auf Velowegen. Bei der ersten Zwischenstation angekommen nahm ich meinen Sohn in Empfang, schnallte ihn im Trailer und den Trailer am Velo fest.

Aber was interessieren mich schon Autos, Türen und Velowege. Auf der nächsten Etappe wurde es nämlich richtig lustig! Der Verkehr war bald überwunden, und ich bog mit Ross und Sohn in den Wald ein. Im Wald war's dunkel wie in einer Kuh, der Schotterweg steil wie die Rocky Mountains, der Trailer schwer wie noch eine Kuh, mein Sohn irgendwie auch, und das Stahlross hat diese neumödischen Slicks auf den Felgen. Und das beste daran: ich geniesse es! Kämpfen, kämpfen, immer weiter, bis wir oben auf dem Berg ankommen!

Wir wähnen uns schon beinahe am Etappenziel – aber dann: Kühe! In der nebligen Nacht mit Stahlross, Trailer und Nachwuchs über eine Kuhweide zu fahren ist irgendwie ziemlich cool! Danach erreichen wir dann doch das Knusperhäuschen, wo meine Tochter den Nachmittag verbracht hat. Nachdem wir in der Dunkelheit ihre sieben Sachen zusammengesucht haben und irgendwann auch ihren Bruder wieder finden (der hat sich unbemerkt ins Gebüsch geschlagen), werden im Trailer die Gurten wieder gespannt, und der Downhill geht los. Es würde zu weit gehen, hier in aller Öffentlichkeit weitere Details preiszugeben, aber: wir haben auf dem Weg nach Hause alle vor Freude geschrien (ok, das Stahlross hat erbärmlich gequietscht), und wir sind alle noch wohlauf (auch das Stahlross, ist halt aus Stahl). Gleich nochmal!

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Auf dem Veloweg von Kauderwelsch über Bastien Girod zu Benny Hill

mbrennwa | 20 September, 2011 07:34

Früher war alles besser. Da gab's zum Beispiel eine Website namens «Veloärgernisse», da konnte man Bilder und Beschreibungen von ärgerlichen Verkehrssituationen im Veloverkehr veröffentlichen, und damit die Verkehrsplaner aus der Velofahrerperspektive in die Mangel nehmen. Die Website wurde von Bastien Girod ins Leben gerufen, und ich fand das damals eine tolle Idee (und das wäre sie auch heute noch, wenn es die Website noch geben würde). Und weil Bastien Girod damals wie ich ein Student und damit automatisch total cool war, fand ich die Idee natürlich gleich noch besser. Heute bin ich (und der Bastian glaube ich auch) noch immer akademisch angehaucht, aber auch älter und überhaupt nicht mehr cool. Und deswegen war früher eben alles besser, finde ich jedenfalls.

Heute sieht das so aus: im aktuellen Velojournal (5/11) werden Bastian Girod (Grüne Zürich) und zwei andere «Velopolitiker» zum Thema Veloförderung interviewt. Da fallen Begriffe wie Mischverkehr, Entmischung, Niederlande, Velovignettenabschaffung, Velodiebstahlregister, Bundesebene, koordinierte Veloförderung, Bahnhof, Agglomerationsprogramm, Feigenblatt, ein Jahr in Holland, Strassenbauprogramm, Druck, Langsamverkehrkonzepte, Impulsprgramm, eigenständiges Verkehrsmittel, Mischzonenanteil, Modalsplit, E-Bike-Boom, Landwirtschaftswege, Schonräume, Komfort-Aspekt, Skandinavien, Grundkonflikt, Entflechtung, politische Koordination im Wesentlichen, Astra, kleinster gemeinsamer Nenner, Widerspruch, Paradigmenwechsel, in die Schranken weisen, Ballungsräume, anständige Velowege, Helmpflichtdebatte, Ständeratsdebatte, Kinderhelmpflicht, absurd, parlamentarische Tätigkeit, lancieren, breite Zustimmung, verfassungsrechtlich, Föderalismus, Verfassungsänderung, Hollandisierung, Infrastruktur, den Leuten klarmachen.

Sorry, so wird das nichts mit der Veloförderung. Ich bilde mir zwar ein, die meisten Worte zu verstehen (jaja, Akademiker halt). Aber ich habe keine Ahnung, was mir die drei mit ihren Worten sagen wollen. Nach der Lektüre des Artikels habe ich mir sogar kurz überlegt, ob wir die Veloförderung nicht lieber den SVP-Exponenten überlassen wollen. Die geben nämlich ganz einfache und verständliche Sätze von sich. Dummerweise sagen sie halt leider meistens das falsche, finde ich.

Aber vielleicht ist es ja ganz gut wenn die Politiker nicht überall neue Velowege hinpinseln und dann behaupten, sie hätten damit die Welt für die Velofahrer, die Autofahrer, die Fussgänger, die Kinder und sowieso alle verbessert. Wenn nämlich überall separate Velowege gebaut werden sollen, dann ist nämlich zumindest den Velofahrern nicht geholfen, denn:

Aber was solls. Ich fahre einfach weiter wie seit der Erfindung des Velos auf der Strasse. Das funktioniert im Fall prima, vorallem wenn man sich ein wenig auf die schönen farbigen Lichter an den Kreuzungen und die lustigen Steifen am Boden achtet.

Und sowieso, das eigentliche Veloärgernis dieser Tage ist viel schlimmer: Benny Hill hat seine Show in Zürich wegen «Terminkollisionen» vom 25. September auf den 2. Oktober verschoben. Nicht lustig! Aus Protest fahre ich trotzdem am nächsten Sonntag, halt ohne Benny Hill…

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Velowege sind für Panzer da!

mbrennwa | 04 August, 2011 09:52

Wozu sind Velowege da? Zum Panzerfahren natürlich!

Das wär mal was, wenn sich hierzulande ein Politiker ein so klares Statement für die Velofahrer zutrauen würde. Wie wärs, wenn Bastien Girod auf einem Traktor oder Daniel Leupi mit einem Bagger über Edelkarossen und andere Gegenstände auf den Schweizer Velowegen rollen würden?

Obwohl: ein Schneepflug oder eine Tunnelbohrmaschine wären mir eigentlich lieber. Dann würden nämlich nachher die Trümmer neben statt auf dem Veloweg liegen.

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